Anteilseigner (Mitglieder) von Genossenschaften sind laut § 73 Abs. 2 Satz 3 GenG grundsätzlich von einem Anteil am Vermögen der Genossenschaft ausgeschlossen.  Ganz besonders davon betroffen sind die Mitglieder von Volks- und Raiffeisenbanken. Obwohl diese Bankengruppe seit Jahren eine der am bestens verdienenden Bankengruppen ist, fließen 95´- 100% des erzielten Jahresüberschusses nach Steuern in die Rücklagen der Banken und ist für die Mitglieder verloren. Beim Ausscheiden aus der Genossenschaft  erhalten diese maximal nur den vielleicht vor langen Jahrzehnten selbst eingezahlten Betrag ihres eigenen Geschäftsguthabens zurück.

Bei einer Fusion zwischen zwei oder mehr Genossenschaftsbanken ist es nicht anders.  Das Vermögen der übertragenden Genossenschaft geht ersatzlos in das Vermögen der aufnehmenden Genossenschaft über, die Anteilseigner (Mitglieder) der übergebenden Genossenschaft werden in Höhe des von Ihnen selbst eingezahlten Geschäftsguthabens Anteilseigner an der aufnehmenden Genossenschaft. Scheiden sie später aus, erhalten sie von der aufnehmenden Genossenschaft maximal auch stets nur das von ihnen selbst eingezahlte Geschäftsguthaben zurück.
Setzt man die heute vorhanden Vermögenswerte der einzelnen Genossenschaftsbanken ins Verhältnis zum eingezahlten Kapital der Anteilseigner (= Geschäftsguthaben der Mitglieder) ergeben sich erstaunliche Werte.  Das höchste von igenos bisher ermittelte Verhältnis lag beim 192-fachen der eingezahlten Geschäftsguthaben, was bedeutet, dass in jeder anderen Rechtsform, ein Anteil von 100,00 € einen Anteilswert von 19.200,00 € besitzen würde.
Die bisher bei Fusionen ermittelten Werte der einzelnen Genossenschaftsbanken bewegen sich überwiegend in einer Bandbreite zwischen dem 5-fachen und dem 50-fachen der Geschäftsguthaben. Dabei fällt auf, dass oft die kleinen übergebenden Volks- oder Raiffeisenbanken das wesentlich höhere Verhältnis haben, als die aufnehmenden größeren Genossenschaftsbanken.
Da nicht anzunehmen ist, dass der Gesetzgeber mit den Vorschriften zur Rechtsform eG eine Rechtsform geschaffen hat, bei der ca. 24 Millionen Genossenschaftsmitglieder zwar das Geld zum Geschäfte machen bereitstellen dürfen, aber die Früchte der Geschäfte nur einige wenige Wissende abschöpfen und alle 24 Millionen Mitglieder leer ausgehen, kann eigentlich nur das gelten, was die Bundesregierung im Jahr 1968 in den Erläuterungen zu Bundestagsdrucksache V3500 geschrieben hat:
Hiernach ist Zweck der Genossenschaften „die Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes".
“Diese Förderung hat sich im Wege unmittelbar gewährter Sach- und Dienstleistungen zu vollziehen, so daß sich für die Genossenschaften die Gewinnmaximierung als tragende Zielvorstellung der Geschäftspolitik verbietet. Damit unterscheiden sich die Kreditgenossenschaften grundsätzlich von den übrigen privatrechtlichen Kreditinstituten.

Die Geschäftstätigkeit der Kreditgenossenschaften hat sich an der im Genossenschaftsgesetz statuierten Aufgabe auszurichten, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern. Da diese Förderung durch unmittelbar gewährte Sach- und Dienstleistungen verwirklicht werden soll, liegt der Geschäftszweck der Genossenschaften seinem Wesen nach nicht in der Erzielung von Gewinnen.”

Bei einer Fusion sind stets die Mitglieder die Verlierer

igenos e.V.  Interessengemeinschaft der Genossenschaftsmitglieder
Kirchstraße 26, 56859 Bullay / Mosel  Telefon 06542 9693842      E-Mail post@igenos.de
Vorstand: Gerald Wiegner, Georg Scheumann
Vereinsregister: Amtsgericht Koblenz NR 21586

Förderung der eigenen Mitglieder
Der einzige Auftrag einer Genossenschaft
- auch einer Genossenschaftsbank -

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