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Nur der Zweck bestimmt die Rechtsform und die Rechtsform folgt dem Zweck! 

Der gesetzlich und satzungsgemäß vorgegebene Zweck “Förderung der Mitglieder” ist der einzige Grund, der es den Volks- und Raiffeisenbanken ermöglicht, in der Rechtsform „eingetragene Genossenschaft“ zu firmieren.

Ist der Zweck von Volks- und Raiffeisenbanken nicht mehr auf die (ausschließliche) Förderung der Mitglieder sondern stattdessen zu Gunsten der Bank auf “Gewinnmaximierung”, “Profitorientierung”,  “Rücklagenbildung zwecks Eigenkapitalbildung bis zum Exzess”, so bedeutet dies die Verselbständigung von Genossenschaft und Vorstand. Dadurch folgt die Bank (vertreten durch den Vorstand)  jedoch nicht mehr dem Zweck der humanorientierten Rechtsform “Genossenschaft” sondern dem Zweck der profitorientierten Rechtsformen wie AG oder GmbH.

Der Zweck bestimmt die Rechtsform und die Rechtsform folgt dem Zweck
Unter Zugrundelegung dieses elementaren Rechtsgrundsatzes gibt es für Genossenschaftsbanken heute nur zwei Möglichkeiten:

Entweder: 
Auflösung der jeweiligen Genossenschaft gemäß § 81 Abs. 1 Satz 1 Fall 2

oder:
Wechsel in die Rechtsform der genossenschaftlichen Aktiengesellschaft.  

Darauf aufzupassen, dass die Vorschriften des Genossenschaftsgesetzes auch wirklich von den Genossenschaften eingehalten werden obliegt dem jeweils zuständigen genossenschaftlichen Pflichtprüfungsverband.