Auch wenn Sie es vielleicht nicht glauben wollen, es ist wirklich so. Es ist ganz einfach zu verstehen. Ich versuche das am Beispiel der Genossenschaftsbanken zu erklären, die ja bekanntlich jene Gruppe mit den meisten Genossenschaftsmitgliedern ist.

Genossenschaftsgesetz § 1 Wesen der Genossenschaft
(1) Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, deren Zweck darauf gerichtet ist, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern (Genossenschaften), erwerben die Rechte einer "eingetragenen Genossenschaft" nach Maßgabe dieses Gesetzes.

Es können somit Genossenschaften gegründet werden, deren Zweck entweder darauf gerichtet ist

durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb  zu fördern.

Bei der Gruppe der Genossenschaftsbanken, also den Volks- und Raiffeisenbanken, den VR-Banken usw. ist, entsprechend der Vorgabe des Gesetzgebers dies satzungsmäßig folgendermaßen niedergelegt:
§ 2 der Satzung  einer Genossenschaftsbank
Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder

Daraus ergibt sich, dass auch laut ihrere eigenen Satzung eine Genossenschaftsbank keinen anderen Auftrag hat, als die eigenen Mitglieder wirtschaftlich zu fördern und zu betreuen.

Über das Wie dieser Förderung haben sich viele schon die Finger wund geschrieben.  Es wird behauptet, der Gesetzgeber hätte nicht definiert wie dieser sogenannte “Förderauftrag” auszuführen wäre, oder der Begriff “Förderung” wäre lediglich abstrakt und unbestimmt und deshalb müssten die Mitglieder der einzelnen Genossenschaften für sich selbst entscheiden was sie unter Förderung verstehen.

Aber das stimmt nicht.

Denn in den Gesetzesunterlagen, also in den Begründungen, hat der Gesetzgeber sehr wohl was zum Wesen einer Genossenschaft gesagt. Dort ist nämlich zu lesen:
Die eingetragene Genossenschaft ist im Unterschied zu allen anderen Gesellschaftsformen gesetzlich verpflichtet,  ihre Mitglieder wirtschaftlich zu fördern (Förderauftrag)

Und jetzt überlegen Sie mal.  Was ist der Unterschied zu allen anderen Gesellschaftsformen?

Wenn der Gesetzgeber vom "Unterschied zu allen anderen Gesellschaftsformen"  spricht und "Unterschied" eigentlich ein Aspekt der Nicht-Übereinstimmung zweier Objekte ist, dann kann es sich bei diesem Unterschied einerseits nur um etwas handeln was diese Rechtsform eG im Kern betrifft und welches andererseits sich nur und ausschließlich auf die Eigentümer, also die Mitglieder der eG beziehen kann, weil auch eine Genossenschaftsbank  gesetzlich verpflichtet ist,  ihre Mitglieder wirtschaftlich zu fördern (Förderauftrag).

Auf der folgenden Seite zeige ich Ihnen einen Rechtsformvergleich in dem der absolut einzige Unterschied der Mitglieder, die schließlich die Eigentümer der Genossenschaftsbank sind, zu anderen Gesellschaftsformen herausgearbeitet ist.

 

So einfach ist Genossenschaft

Über das Wesen und dem zwingenden gesetzlichen Auftrag einer "eingetragenen Genossenschaft" (eG)
 

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